Skat Spielwert
So wie jede einzelne Karte beim Skatspiel einen ganz bestimmten Kartenwert darstellt, so haben auch die zehn Karten, die jeder Spieler als sein Blatt erhält, insgesamt einen bestimmten Wert, nämlich den Spielwert. Der Spielwert eines jeden Blattes läßt sich genau durch Zahlen ausdrücken. Die Ermittlung des richtigen Spielwertes hat entscheidende Bedeutung beim "Reizen" oder "Bieten". Der Spielwert eines Blattes richtet sich nach festen Grundsätzen und Regeln:
- man stellt die Zahl der vorhandenen oder fehlenden "Spitzen" fest; diese Zahl ist der Ausgangswert;
- zu dieser Zahl der vorhandenen oder fehlenden "Spitzen" rechnet man jeweils einen Punkt hinzu und setzt vor diese um Eins erhöhte Zahl das Wort "Spiel";
- diese um Eins erhöhte Anzahl der vorhandenen oder fehlenden Spitzen wird mit dem Grundwert der Farben oder der Grand-Spiele multipliziert (malgenommen).
Zu 1) "Spitzen"
Spitzen heißen die Trümpfe, die sich, beginnend beim Kreuz-Buben, in ununterbrochener Reihenfolge in einer Hand befinden oder auch nicht befinden. Für die Spielwertberechnung ist es gleichgültig, ob man ein Blatt "mit Spitzen" oder "ohne Spitzen" besitzt. Vier Beispiele für "Spitzen":
- Kreuz-Spiel: 4 Buben, Kreuz-As, Kreuz-10 und andere Karten = mit sechs Spitzen, "mit 6"
- Pik-Spiel: Herz-Bube, Karo-Bube, Pik-As, Pik-10 usw. = ohne zwei Spitzen, "ohne 2" (nämlich ohne Kreuz-Bube und ohne Pik-Bube)
- Herz-Spiel: Kreuz-Bube, Karo-Bube, sechsmal Herz = mit einer Spitze, "mit 1" (Kreuzbube)
- Karo-Spiel: Karo-10, Karo-König, Karo-Dame, Karo-9 usw. = ohne fünf Spitzen, "ohne 5° (ohne die 4 Buben und ohne anschließendes Karo-As) Entscheidend ist also die ununterbrochene Reihenfolge aller im Spiel befindlichen und möglichen Trumpfkarten.
Zu 2) "Spiel-Zahl"
Für die Ermittlung des Spielwertes rechnet man nun zu dieser Zahl der vorhandenen oder auch fehlenden "Spitzen" einen Punkt hinzu und bezeichnet diese Zahl mit dem Wort "Spiel" (auch "gespielt"). Beispiele zu 1 a, b, c, d:
- a) mit 6, Spiel 7
- b) ohne 2, Spiel 3
- c) mit 1, Spiel 2
- d) ohne 5, Spiel 6
Zu 3)
Diese ermittelte "Spiel-Zahl" wird dann mit dem feststehenden Grundwert der als Trumpf vorgesehenen Farbe multipliziert. Die stets gleichbleibenden Grundwerte der vier Farben sind:
- Karo = 9
- Herz = 10
- Pik = 11
- Kreuz = 12.
Die Berechnung des Spielwertes eines Blattes würde also in Fortführung unserer vier Beispiele von Ziffer 1 und 2 folgendermaßen aussehen:
- a) mit 6, Spiel 7, mal Kreuz (12} - 7 mal 12 = 84
- b) ohne 2, Spiel 3, mal Pik (11) - 3 mal 11 = 33
- c) mit 1, Spiel 2, mal Herz (10) - 2 mal 10 = 20
- d) ohne 5, Spiel 6, mal Karo (9) - 6 mal 9 = 54
Grand-Spiel
Die Spielwertberechnung eines Grandspiels erfolgt genau in der gleichen Weise. Die festen Grundwerte für Grandspiele sind:
- Grand (Großspiel) = 24
- Grand ouvert (offen) = 36
Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß beim Grand-Spiel nicht elf Trümpfe vorhanden sind wie beim Farbspiel (nämlich vier Buben und 7 Karten einer Farbserie), sondern nur vier, nämlich die vier Buben. Man kann also einen Grand nur spielen entweder mit 1, mit 2, mit 3, mit 4; oder aber: ohne 1, ohne 2, ohne 3, ohne 4. Bei den Farbspielen dagegen kann man mit oder ohne 1,2,3,4,5, 6, 7, 8,9,10,11 spielen.
Spielwert-Steigerungen
Man kann nun den Spielwert eines Blattes noch zusätzlich steigern, und zwar jeweils um einen Punkt in nachstehender Reihenfolge. Diese Punkte werden zu der "Spiel-Zahl" hinzugerechnet:
- wenn man ohne Aufnahme des Skat spielt, "aus der Hand";
- wenn man glaubt, so viele Stiche zu machen, daß der Gegner "Schneider" wird;
- wenn man "aus der Hand" vor dem Ausspielen der ersten Karte für die Gegenpartei "Schneider" ansagt, d.h.: sicher ist, daß der Gegner "Schneider" wird. Kommen jedoch die Gegner im Spiel dann über den "Schneider", so ist das Spiel für den Spieler verloren, auch wenn er 61 Augen gestochen hat;
- wenn man glaubt, so viele Stiche zu machen, daß der Gegner "Schwarz" wird;
- wenn man "aus der Hand" vor dem Ausspielen der ersten Karte für die Gegenpartei "Schwarz" ansagt, d.h.: sich ganz sicher glaubt, alle Stiche zu machen. Die Gegenspieler dürfen in diesem Fall überhaupt keinen Stich machen, sonst hat der Spieler verloren, auch 'wenn er 120 Augen in seinen Stichen hat;
- wenn man bei einem Spiel "aus der Hand" entweder "Schneider" oder "Schwarz" angesagt hat und dann "offen" (offenes Handspiel) spielt. Der Spieler muß dabei vor dem Ausspielen der ersten Karte sein ganzes Blatt offen auslegen. Macht die Gegenpartei nur einen einzigen Stich (selbst einen Stich ohne Augenwert), so hat der Spieler verloren.
Durch diese Möglichkeiten kann also der Spielwert eines Blattes um jeweils einen Punkt erhöht werden. Drei Beispiele sollen Ihnen das verständlich machen, wobei Ihre erste Skat-Aufgabe darin besteht, ein Blatt offen vor sich auszulegen, das einem solchen Beispiel entspricht:
- ohne 3, Spiel 4, aus der Hand 5, Schneider 6, mal Kreuz = 6 mal 12 = 72
- b) mit 4, Spiel 5, Hand 6, mal Grand = 6 mal 24 = 144
- c) mit 1, Spiel 2, Hand 3, Schneider 4, Schneider angesagt 5, Schwarz 6, Schwarz angesagt 7, mal Herz = 7 mal 10 = 70
Die Endzahl aller addierten Punkte wird also mit dem Grundwert einer Farbe oder eines Grandspiels multipliziert.
Die Null-Spiele
Im Gegensatz zu den eben aufgezeigten veränderlichen Spielwerten eines Blattes haben sämtliche Arten von Null-Spielen absolut feste Grundwerte, die keinerlei Veränderung erfahren, und zwar:
- einfacher Null = 23
- Null "aus der Hand" = 35
- Null ouvert = offener Null = 46
- Null ouvert "aus der Hand" = 59
Es empfiehlt sich für jeden Skatlehrling, sich alle diese Werte fest einzuprägen. Am besten, man nimmt ein Kartenspiel, teilt sich davon 10 Karten aus und bestimmt den Spiel wert des Blattes solange, bis man das einigermaßen kann. Die Berechnung des Spielwertes geht schon bald in Fleisch und Blut über und bereitet dann keinerlei Schwierigkeiten mehr. Also: Um möglichst schnell einen brauchbaren Skat zu lernen, schalten Sie hier eine Pause ein und "pauken" mal die Berechnung des Spielwertes eines Blattes, bis das sitzt.
