Skat Spielregeln
Nach dem Reizen, bei dem gewissermaßen der Streitwert des Skatspiels festgestellt wird und die beiden Parteien ermittelt wurden (nämlich der Alleinspieler und seine beiden Gegenspieler), beginnt das eigentliche Spiel. In dieser Spielphase ist der Skat ein reines Stichspiel, d.h. die ausgespielten Karten werden entsprechend den Regeln zugegeben, bedient, gestochen, kassiert. Stets wird die erste Karte von Vorhand ausgespielt, gleichgültig, ob sie Spieler oder Gegenspieler ist. Danach spielt immer der Teilnehmer aus, der den letzten Stich gemacht hat. Das Zugeben der Karten durch die Mitspieler erfolgt ausnahmslos stets der Reihenfolge nach im Uhrzeigersinn, d. h. stets der linke Nachbar des Ausspielenden gibt als nächster zu. Wer einen Stich gemacht hat, nimmt die drei Karten auf und legt sie verdeckt vor sich ab.
Verständigungen irgendwelcher Art, Bemerkungen, Zeichen, Blicke, die einem Mitspieler etwas über den Spielverlauf, über Absichten oder Wünsche aussagen könnten, sind streng untersagt. Ein dadurch verratenes Spiel kann sofort abgebrochen werden; es wird dann für die Verratenden als einfach verloren gewertet.
Eine rechtmäßig ausgespielte Karte darf niemals zurückgenommen werden, nach dem Grundsatz: Was liegt, das liegt!
Wer unberechtigt ausspielt, hat damit für sich oder seine Partei mit den bis dahin eingebrachten Stichen das Spiel beendet und die Gegenpartei hat damit das Spiel gewonnen. Glaubt die Gegenpartei jedoch, durch Weiterspielen in eine höhere Gewinnstufe zu kommen, so darf sie verlangen, daß weitergespielt wird; der Fehler des unberechtigten Ausspielens gilt dann als nicht begangen. Wird unberechtigtes Ausspielen erst bemerkt, wenn der Stich bereits aufgenommen ist, so gilt der Fehler als nicht begangen. Falsches Ausspielen für den letzten Stich wird nicht geahndet, den Stich kassiert der Spieler, dem er bei berechtigtem Ausspielen gehört hätte.
Wenn falsch bedient wird, so gilt das Spiel grundsätzlich als beendet, auch wenn das erst nachträglich festgestellt wird; es ist dann für den oder die Gegenspieler einfach gewonnen. Auf Wunsch der benachteiligten Partei jedoch kann weitergespielt werden, um ggf. Schneider oder Schwarz zu ermitteln. Der Fehler gilt dann als ungeschehen.
Nachsehen, Nachzählen oder Vermischen der Stiche während des Spiels ist nicht erlaubt. Jeder Spieler sollte sich deshalb die ausgespielten Karten und die gemachten Stiche genau merken.
Wenn ein Mitspieler während des Spiels den Skat aufdeckt, so gilt das Spiel als beendet und für die Gegenpartei als einfach gewonnen; die "geschädigte" Gegenpartei kann jedoch das Weiterspielen verlangen, um eine zu erwartende höhere Gewinnstufe zu erreichen. Der Fehler gilt dann als nicht begangen.
Sind alle Handkarten ausgespielt, so werden die Augen der Stiche von Spieler und Gegenspieler gezählt. Die Gewinn- oder Verlustpunkte des Spielers werden nach der Bewertungsregel aufgeschrieben. Der nächste Geber mischt, läßt abheben und teilt wieder aus - ein neues Spiel kann beginnen.
Anschreiben und Aufrechnung
Vor Spielbeginn übernimmt ein Mitspieler das Aufschreiben der Gewinn- und Verlustpunkte jedes einzelnen Mitspielers in eine Spielliste. Jedes abgeschlossene Spiel wird sofort seinem Wert nach dem Spieler hinzugezählt oder abgezogen, so daß der Spielstand jederzeit sofort mit einem Blick abzulesep ist. Bei der Berechnung des Punktwertes (immer nur Blatt und Spiel des Spielers werden berechnet!) zählt nicht die Zahl der gestochenen Augen, sondern es werden alle Spielwertsteigerungen des gespielten Spiels bewertet. Beispiele:
- ohne 3, Spiel 4, Hand 5, mal Karo 5 mal 9 = 45
- mit 2, Spiel 3, Hand 4, Schneider 5, Schneider angesagt 6, mal Pik 6 mal 11 = 66
- ohne 1, Spiel 2, mal Kreuz 2 mal 12 = 24
- mit 7, Spiel 8, Hand 9, Schneider 10, Schneider angesagt 11, Schwarz 12, mal Herz 12 mal 10 = 120
Das höchstmögliche und daher seltenste Spiel beim Skat(Grand-ouvert) würde also in der Abrechnung so aussehen: mit 4, Spiel 5, Hand 6, Schneider 7, Schneider angesagt 8, Schwarz 9, Schwarz angesagt 10, mal Grand-ouvert (36) = 10 mal 36 = 360 Punkte.
Die ermittelte Punktzahl wird dem Spieler entweder als Plus oder als Minus aufgeschrieben, je nachdem, ob er das Spiel gewonnen oder verloren hat. Verlorene Gucki-Spiele zählen mit doppeltem Punktwert minus, verlorene Handspiele jedoch nur einfach minus.
Leistungsbewertung
Die Bewertung der Spielleistungen wird im allgemeinen an den deutschen Skattischen noch keineswegs immer nach dem offiziellen und seit 1937 bewährten System vorgenommen. Früher "belohnte" man z. B. bei Preisskaten lediglich die höchste Punktzahl mit Preisen, doch sah man darin allmählich doch eine gewisse "Ungerechtigkeit" und führte deshalb das Verfahren Seeger-Berlin ein. Nach diesem Einheitsverfahren wird jedes gewonnene Spiel zusätzlich mit 50 Pluspunkten belohnt, jedes verlorene Spiel dagegen mit 50 Minuspunkten zusätzlich "bestraft".
Hat also ein Spieler z. B. 670 Pluspunkte im Lauf einer Partie erspielt, so wird für die Endabrechnung außerdem festgestellt, wie viele Spiele er gewonnen und wie viele er verloren hat. Das sieht dann so aus:
- während des Spiels gesammelte Pluspunkte = 670
- 17 Spiele gewonnen, 4 Spiele verloren,
- demnach für 13 Spiele Pluspunkte (13 mal 50) = 650
- Spielleistung demnach in Pluspunkten = 1320
Nach dieser offiziellen Leistungsbewertung ist es also nicht mehr so, daß nur einige hoch gewonnene Spiele den Ausschlag geben, sondern die Gesamtzahl der gewonnenen "braven" Spiele zusammen mit der erreichten Punktzahl erst zeigen die Endleistung des Spielers an. Es wäre sicher gut, wenn Sie diese offizielle Leistungsbewertung auch in Ihrer Skatrunde einführen würden - denn sie ist nicht nur gerecht, sondern auch bewährt.
Die Höhe des Einsatzes wird vor Spielbeginn mit Einverständnis aller Mitspieler festgesetzt. Bei den Skatmeisterschaften wird um 5 Cent gespielt, doch kann (immer das Einverständnis aller Mitspieler vorausgesetzt) um 1/10 Cent gespielt werden, um einen halben oder auch um einen ganzen. Die Verrechnung kann verschiedenartig erfolgen.
Die Höhe des Spieleinsatzes muß grundsätzlich von allen Teilnehmern vor Spielbeginn vereinbart werden. Bruchteile, die nicht in Geld auszudrücken sind, werden nach oben aufgerundet. Der übliche Skat wird um 1/10 Cent gespielt, weil es beim Skat nicht auf hohen Gewinn, sondern auf die Freude am Spiel ankommt.
