Deutscher Schafskopf
Der Deutsche Schafskopf unterscheidet sich von dem vorher geschilderten Wendischen Schafskopf grundlegend dadurch, daß hier die Partner vor Beginn des Spieles durch Auslosung festgestellt werden. Derjenige, der beim Auslosen mittels Karten die höchste Karte zieht, bildet mit demjenigen, der die niedrigste Karte erhält, eine Partei, die beiden andern stellen die Gegenpartei dar. Auf diese Weise kann vor Beginn jedes Spieles gelost werden, damit Abwechslung in das Spiel kommt.
Die vier Teilnehmer nehmen an einem Tisch in der Weise Platz, daß sich die Partner gegenüber sitzen. Jeder der vier Spieler erhält in zwei Gängen insgesamt 8 Karten.
Rangfolge: Bube, As, König, Dame, Zehn, Neun, Acht, Sieben.
Augenwerte: As = 11, König = 4, Dame = 3, Babe = 2, Zehn = 0, Neun = 0, Acht = 0, Sieben = 0.
Trümpfe sind hier alle vier Buben (und nicht die Damen) in der bekannten Reihenfolge (Kreuz, Pik, Herz, Karo). Die anderen Trumpffarben werden bei jedem Spiel neu ermittelt.
Mit Hilfe der Buben, die er besitzt, bestimmt jeder für sich die Anzahl der Trümpfe. Beispiel: Vorhand (A) meldet zuerst, wieviel Trümpfe sie in der Hand hat. A besitzt: Kreuz-Bube, Herz-Bube, Karo-As, Karo-König, Karo-Neun, Karo-Sieben, Pik-As und Kreuz-Zehn. A gedenkt nun mit Hilfe der beiden Buben in Karo Trumpf zu machen und sagt deshalb: "Ich mache 6 Trümpfe!" (2 Buben und 4 Karokarten.) Zunächst wird die Farbe nicht genannt.
B besitzt: Pik-Bube, Kreuz-As, Kreuz-König, Kreuz-Dame, Kreuz-Neun, Kreuz-Acht, Herz-As, Herz-König. Obwohl B nur einen Buben besitzt, gedenkt er doch mit dessen Hilfe in Kreuz eine Trumpffarbe zu errichten. Auch er meldet 6 Trümpfe, (l Bauer und 5 Kreuzkarten.) Die Farbe derselben wird auch hier nicht bekannt.
Die Spieler C und D bleiben in der Angabe der Trümpfe weit zurück.
Da A und B die gleiche Anzahl der beabsichtigten Trümpfe gemeldet haben, muß nun die Anzahl der Augen entscheiden. A meldet: "Ich halte 19 Trumpf Augen!" B meldet: "Ich halte 11 Trumpfaugen."
Damit hat A das Vorrecht der Trumpfbestimmung und sagt: "Karo ist Trumpf!"
Durch Auslosung waren A und B als Partner in diesem Spiel bestimmt worden. Beide halten zusammen und suchen jeden Stich für sich zu erringen. Sie suchen C und D zu schädigen, wo es nur geht.
Für den Fall, daß in einem Spiel keiner der Teilnehmer mehr als 4 Trümpfe ansagen kann, muß derjenige das Spiel zwangsweise machen, der den Kreuz-Buben besitzt. Solch einem "Zwangsspiel" wird im Verlustfalle nur der einfache Verlust gebucht, in den andern Fällen wird dem Verlierer der Trumpfkarte der Verlust doppelt gebucht.
Regeln: Es gelten hier im allgemeinen die gleichen Regem wie beim Wendischen Schafskopf. Nur die Buben (und nicht die Damen) entscheiden in diesem Spiel, da unter ihrer Mithilfe die Trümpfe benannt werden.
Es muß immer bedient werden. Kann nicht in der gleichen Farbe bedient werden, muß mit der Trumpfkarte gestochen werden. Nur dann, wenn weder bedient, noch getrumpft werden kann, darf eine beliebige Karte abgelegt werden.
Die Berechnung ist beim Deutschen Schafskopf zeichnerisch darzustellen. Jede Partei malt mit Bleistift in neun Strichen einen angedeuteten Schafskopf.
Die Partei, die Trumpf angemeldet hat, muß 61 Augen erringen. Gelingt ihr das, so malt sie einen Strich mit Tinte oder Farbstift in ihren Schafskopf. Hat die Gegenpartei weniger als 60 Augen bei der Verrechnung, so darf der Gewinner 2 Striche einzeichnen, bei Schwarz sind 3 Striche einzuzeichnen. Erhält die Trumpfpartei weniger als 61 Augen, so darf die Gegenpartei in allen Fällen das Doppelte buchen (einfacher Verlust = 2 Striche, Schneider = 4 Striche, macht eine der beiden Parteien Schwarz, so darf der Gegner für sich einen Schafskopf (= 9 Striche) einzeichnen. Jeder Schafskopf muß von vornherein seinen Wert in Marken (5-10 Marken) haben. Die Partei, die die meisten Schafsköpfe gezeichnet hat, gilt als Gewinner. Sie erhält die Differenz ausgezahlt.
Deutscher Schafskopf zu zwei Personen
Die Karte zu 32 Blatt wird verteilt, so daß jeder 16 Karten erhält. Zunächst bekommt jeder 4 Karten, die er in eine Reihe verdeckt vor sich hinlegt. Die nächsten 4 Karten werden verdeckt unter die erste Reihe gelegt. Nun hat jeder Spieler acht Karten in zwei Reihen mit dem Rücken nach oben vor sich. Auf diese sechzehn Karten werden erst acht und dann noch» mals acht Karten offen ausgelegt.
Das Spiel wird offen ausgetragen. Die Trümpfe werden, in Verbindung mit den Buben ermittelt.
Derjenige, der den höheren Buben hat, besitzt das Vorrecht der Trumpfansage. Vorhand spielt auf. Es muß bedient werden. Sobald eine Karte aufgespielt ist, wird die zugedeckte umgedreht und nimmt mit am Spiel teil. Wer am Ende 61 Augen oder mehr besitzt, hat gewonnen.
